„Verantwortlich gestalten“ 

 

Als das Volk Israel in das gelobte Land ziehen wollte, ließen die Ägypter es nicht gehen. 

Das hatte für sie die Konsequenz, dass sie von zehn Plagen heimgesucht wurden. 

Im Blick auf uns heute denke ich: Die Menschheit hat mehrfach die Grenzen von Gottes Schöpfung überschritten: 

Ozonloch, Klimawandel, Artensterben, unser Müll findet sich in jedem Winkel der Erde. Es scheint so, als würden wir diesen Planeten mit immer neuen Plagen überziehen. 

Nun sucht uns die Natur mit einem Virus heim. 

Ich habe die Hoffnung, dass Gott uns die Erkenntnis der Konsequenzen gibt und den Mut, diese umzusetzen. 

 

Ein Liedvers aus dem Gesangbuch drückt das treffend aus: 

„Wir wollen gut verwalten, was Gott uns anvertraut, 

verantwortlich gestalten, was unsre Zukunft baut. 

Herr, lass uns nur nicht fallen in Blindheit und Gericht. 

Erhalte uns und allen des Lebens Gleichgewicht.“ (EG 641; T: Detlev Block 1978) 

 

(Nicolai Welke) 

 

Verschlossene und geöffnete Türen 

 

Es ist eine Erfahrung, die wir uns vor wenigen Wochen nicht wirklich vorstellen konnten: 

  •  wichtige Bereiche des wirtschaftlichen Lebens sind   nahezu zum Erliegen gekommen, 
  •  lang geplante Veranstaltungen werden abgesagt, 
  •  sportliche Wettkämpfe dürfen nicht stattfinden, 
  • Gottesdienste fallen aus, 
  • für Konfirmationen und sogar Hochzeiten müssen neue Termine gefunden werden, 
  • selbst Beerdigungen dürfen nur im Familienkreis stattfinden. 

 

Viele Türen schließen sich, durch die wir bisher selbstverständlich gegangen sind. Das ist eine neue Erfahrung, mit der wir umzugehen lernen müssen. 

 

Einige Türen werden sich so schnell nicht wieder öffnen. Das ist nötig, um die Verbreitung des Virus zu verhindern. 

 

Doch was mir Mut macht: Gottes Tür für uns ist geöffnet: Er verspricht: „Ich habe euch eine Tür aufgetan, die niemand verschließen kann.“ (Offenbarung 3,8) 

 

(Jürgen Riepshoff) 

Dankbar sein!

Eröffnet uns diese Zeit nicht auch eine Chance?

Die Chance, zu mir zu finden, zum Ursprung?

Alles mit mehr Ruhe betrachten zu können?

Sich die Zeit zu nehmen, die es braucht…?

Wir werden seit mehr als drei Wochen mit Sonnenschein beschenkt. Die Natur fängt an, ihr zartes Grün zu entfalten. 

Bei einem Spaziergang kann man die Tiere beobachten, wie sie aus der Winterpause erwachen. Die Vögel fangen an Nester zu bauen.

Und wir dürfen die Schöpfung Gottes mit allen Sinnen wahrnehmen!

„Ich will dich nicht verlassen, noch von die weichen!“ heißt es in Josua 1,5. 

Das ist ein Versprechen von Gott, das auch uns gilt.  

Ich vertraue darauf und bin dankbar dafür, dass Gott mir auch in dieser Situation beisteht!

(Susann Wesseloh)

 

„Vorsichtig optimistisch...“ 

Der Chef des Robert-Koch-Institutes ist „vorsichtig optimistisch“, so kann man es in den letzten Tagen öfter hören. Ein Signal, auf das wir wohl alle gehofft haben, das Mut macht! 

Aus den Krankenhäusern hört man ähnliches: „Wir sind gut vorbereitet, die Kapazitäten werden voraussichtlich ausreichen.“ 

Man beginnt hier und dort, darüber nachzudenken, ob man manche der zurzeit noch geltenden Maßnahmen bald wird lockern können. 

„Vorsichtig optimistisch“ – so ähnlich wie der gelbe Falter, der an den ersten wärmeren Tagen im Garten unterwegs ist. 

Das passt auch in die Osterzeit: Die ersten Zeugen*innen brauchten eine Weile, bis sie es wirklich glauben konnten, dass Jesus tatsächlich auferstanden war. Doch dann wurde aus vorsichtigem Optimismus eine starke, fröhliche Hoffnung und ein tatkräftiger Glaube. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Frohe Ostern! 

(Frank Blase) 

Zuversicht und Stärke


Ich denke in diesen Tagen besonders an meinen Konfirmationsspruch, der vor über 50 Jahren für mich ausgesucht und mir „zugeteilt“ wurde. Für mich ist das ein echter “Mutmach-Vers“:

Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. (Psalm 46, 2)

„Zuversicht und Stärke“ brauchen wir jetzt besonders. Wir dürfen Gott um Hilfe bitten, ihm unsere Sorgen anvertrauen. 

Wie heißt es hier: „Hilfe in großen Nöten, die uns getroffen haben“. Ich denke hierbei besonders an Menschen, die unter sehr schwierigen Bedingungen diese Krise bewältigen müssen, und an Helfer, die oftmals überfordert sind. Gott möge ihnen und uns die nötige Zuversicht, Stärke und Hilfe geben.

Bleiben Sie behütet und gesegnet! 

(Christa Dittmer)

 

Sternenhimmel

 

Gerade in den letzten Tagen konnten wir nachts wieder einen unglaublichen Himmel erblicken. Durch die kalte klare Luft waren besonders viele Sterne zu erkennen.

Gerade wir auf dem Land haben dieses Privileg, einen besonders klaren Blick zu haben, da es bei uns im Gegensatz zur Großstadt noch richtig dunkel wird.

Schon früher haben kluge Menschen versucht, die Sterne am Himmel zu zählen. Heute ist man sich einig, dass Ihre Anzahl nicht zu bestimmen ist.

David hat damals als Schafhirte viele Nächte im Freien verbracht und fasst seine Eindrücke - überwältigt von diesem Anblick – in folgenden Worten zusammen: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament verkündigt seiner Hände Werk“. (Psalm 19) 

Ich glaube, Gott hat den Himmel und die Sterne für uns geschaffen, damit wir Gottes unglaubliche kreative Schöpferkraft alle Zeit vor Augen haben. 

Das macht mir Mut: Denn ich bin sicher: Dieser Gott hat uns im Blick und lässt mich niemals alleine. In seiner starken, gütigen und gnädigen Hand fühle ich mich geborgen.

 

(Claudius Elbers)

 

Den Alltag mit Salz würzen…

 

Aus gegebener Situation – lasst uns mal über Salz nachdenken.

 

Wenn ich zuhause koche, nehme ich Salz, beim Abendbrot hau‘ ich Salz auf mein Brot, meine Chips esse ich gerne gesalzen und überhaupt: Ich gehöre mit zu einer Gruppe von Menschen, denen alles im Leben mit Salz besser schmeckt.

 

Mir macht es Mut, gerade an Salz erinnert zu werden - ok klingt komisch, aber ich sage euch mal warum. In der Bibel steht im Kolosserbrief ein Satz der mir gerade häufig begegnet.

„Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt; ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt!“ (Kolosser 4,6)

 

Ich denke, Mut machende Worte sind jetzt gerade wichtig; zueinander und untereinander, mit Salz gewürzte Worte. Zum Ausprobieren: Beim nächsten Einkauf sage ich „Danke!“ und spreche ich Mut zu –  meine Großeltern rufe ich an, gerade dürfen wir uns nicht sehen -, meinen Brüdern, die um ihre Jobs Angst haben, spreche ich Mut zu, mit Salz gewürzte Worte. Auf Youtube veröffentliche ich Andachten und Predigten, weil Gottesdienste in gewohnter Form nicht stattfinden, Worte die mit Salz gewürzt sind, Worte der Liebe und des Mutes.

 

Deswegen: Lasst uns unsere Worte salzen! Jedem, dem wir begegnen, Gutes sagen, ermutigen, ein Lächeln schenken. Dann wird vielleicht auch das Klima unserer Gesellschaft in dieser Zeit ein wenig besser „schmecken“. Nachkochen ausdrücklich erwünscht!

 
 

(Micha Beutel) 

   

Gott tröstet


In diesen Tagen müssen wir Abstand halten, haben kaum direkte Kontakte zu anderen Menschen. Uns plagen Sorgen und Ängste um unsere Gesundheit, um das Wohlergehen unserer Liebsten, um unser Ein- und Auskommen, unsere Arbeitsstelle. 

Auch ich wälze so manchen sorgenvollen Gedanken. 

Mir hat das Losungswort für den letzten Sonntag sehr bewusst gemacht, dass ich mich nicht den Sorgen und Grübeln hingeben muss. 

Wenn mein Geist in Ängsten ist, kennst du doch meinen Pfad.  (Psalm 142, 4) 

Ich weiß nicht, wie die nächsten Wochen für uns alle weitergehen, aber ich bin in Gottes Hand, der mich führt und leitet. 

Der zugehörige Lehrtext bringt deutlich zum Ausdruck, dass wir Gott unsere Nöte anvertrauen können und getröstet werden: 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.  (2. Korinther 1,3-4) 

 

Auf diese Zusagen kann ich mich, können wir uns verlassen. 

 

Iris Müller-Baden 

 

#stayathome 


In den vergangenen Tagen hören und lesen wir immer wieder den Aufruf: „stay at home“ - auf Deutsch: „Bleibt zu Hause!“. 

Was würde eigentlich passieren, wenn wir zu Gott sagen würden: „stay at home“?
 

Mir macht es Mut darüber nachzudenken, denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Gott nicht weit weg von uns irgendwo im Himmel wohnt. Sondern er wohnt in unseren Herzen – Gott lebt in mir! Meine Freude, aber auch meine Sorgen sind in meinem Herzen – da wo auch Gott ist. Und ich kann ihm in stillen Momenten das hinhalten, was mich bewegt. Nichts anderes ist Beten! In schweren Zeiten wie diesen macht mir Gebet, also reden mit Gott, Mut. 

So bekommt dieser Aufruf „stay at home“ eine neue Bedeutung – sei bei dir selbst zu Hause, in deinem Herzen - an dem Ort, wo Gott schon auf dich wartet! Denn, wenn wir Gott sagen würden „stay at home“, dann würde er uns sagen, dass er längst da ist und auf uns wartet. Wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen, um dir in Ruhe das anzugucken, was in deinem Herzen ist, und dich darüber mit Gott auszutauschen? 

 (Randy Carmichael) 

 

Halbleer oder halbvoll? 

 

Ist das Glas nun schon halb leer oder noch halb gefüllt? 

Rein sachlich betrachtet stimmt wohl beides. Vorher war das Glas voll und jetzt ist es… 

Wie ich es sehe – das ist sicher eine Anschauungssache, 

ein persönliches Empfinden. 

 

Aus der einen spricht eher eine verzagte Haltung, 

die eher etwas mutlos ist: Nur noch..

Aus der anderen lässt sich eine eher optimistischere Haltung ablesen: Immerhin noch

 

In diesen Wochen befinden wir uns in einer nie vorher erlebten Krise. 

Da könnten wir in die Gefahr geraten, nur noch auf das zu sehen, was eben nicht mehr geht. Vertrautes, das wir jetzt aufgeben müssen. 

 

Mut macht mir aber immer wieder, wenn ich bewusst auf das sehe, was noch alles möglich ist, was ich vielleicht auch wieder ganz neu zu schätzen lerne. 

 

Dazu fällt mir ein Wort aus Prediger 3,1 ein: „Alles hat seine Zeit.“ 

 

Nun ist sicher Zeit, vorsichtig und mutig zu handeln oder auch mutig anderes zu lassen. 

Aber vielleicht ja auch eine Zeit, manches ganz neu zu entdecken! 

(Jürgen Riepshoff) 

 

Nach wie vor im Einsatz 


Sie machen das auch sonst: Von den frühen Morgenstunden bis in den späten Abend sind unsere Mitarbeitenden der Diakoniestation unterwegs, um Kranke zuhause zu pflegen und die Angehörigen zu unterstützen. 

Es macht mir Mut, zu sehen, wie sie auch jetzt – trotz aller zusätzlichen Erschwernisse und auch Risiken nach wie vor im Einsatz sind für andere. 

Und dass viele andere das auch wahrnehmen und honorieren: Ich denke an die Aktion „Klatschen für die Pflegekräfte und Ärzte“, an Kolumnen in der Zeitung oder an Politiker*innen, die das thematisieren. 

„Einer trage des anderen Last“ (Galater 6,2). Unsere medizinischen Fachkräfte tun das ganz praktisch. 

Danke im Namen so vieler, für die Ihr Hilfe und Hoffnungszeichen seid!    

(Frank Blase) 

 

Starke Mauern 

Wir leben in bewegten Zeiten. Manches geschieht, was niemand für möglich gehalten hätte. 

Was mir Mut macht? 

Zum Beispiel unsere Ole Kerk (1353). Die massiven Feldsteinwände, die breiten Stützpfeiler. Was hat dieses kleine, uralte Gebäude schon alles erlebt: Kriege, Pestzeiten, wechselnde Reiche und Staatsformen. Aber sie steht immer noch. Durch alle Zeiten hindurch haben Bispinger*innen hier erlebt: Gott hält und trägt – gerade auch in schweren Zeiten. Ein fester Halt, wie diese Mauern. 

Wie heißt es in Psalm 31,3: „Gott, Du bist mein Fels...“ 

 
(Frank Blase) 

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